Selbstportät im Versteck
Über das Werk
„Selbstportät im Versteck" von Felix Nussbaum zeigt den Künstler inmitten bedrängter Figuren in einem engen, höhlenartigen Raum. Der durchdringende Blick und die gedämpfte Farbgebung vermitteln eine Atmosphäre von Anspannung und Bedrohung. Die Landkarte im Bildhintergrund wird zum Symbol für Flucht und die Suche nach Sicherheit in einer Zeit existenzieller Gefahr.
Zwischen Enge und Hoffnung
Das Gemälde arbeitet mit warmen Braun- und Ockertönen, die den gesamten Bildraum dominieren. Im Zentrum richtet Nussbaum seinen Blick direkt auf den Betrachter – ein intensiver, fast fragender Ausdruck. Hinter ihm drängen sich weitere Personen, darunter eine Frau mit gelbem Kopftuch und ein Kind. Die aufgespannte Landkarte rechts im Bild wirkt wie ein Fenster zur Außenwelt, zugleich aber auch wie ein unerreichbares Ziel. Die Komposition ist bewusst eng gehalten, verstärkt durch die erdigen Wandflächen, die den Raum begrenzen. Risse und Strukturen in der Wand unterstreichen die Fragilität der Situation.
Als Leinwandbild entfaltet dieses Werk seine Wirkung besonders in ruhigen, durchdachten Räumen. Es passt gut zu einem Arbeitszimmer oder einer Bibliothek, wo es zum Nachdenken anregt. In Kombination mit hellen, neutralen Wandfarben und schlichter Einrichtung kommt die historische Tiefe des Kunstdrucks zur Geltung. Das Querformat fügt sich harmonisch in längere Wandflächen ein.
Felix Nussbaum gehörte zur Generation der deutschen Maler, die in den 1930er-Jahren verfolgt wurden. Seine Arbeiten aus der Zeit des Exils in Belgien zählen zu den bewegendsten Zeugnissen dieser Epoche. Nussbaum schuf ein eindringliches Œuvre, das persönliches Schicksal mit zeitgeschichtlicher Bedeutung verbindet.
„Selbstportät im Versteck" wird als Kunstdruck auf Leinwand in Ihrem Wunschformat gefertigt. Da jede Größe individuell angefertigt wird, kann der Bildausschnitt je nach gewähltem Format leicht variieren.
Über Felix Nussbaum
Der Vater ermutigte ihn, doch das Malen zu erlernen. So begann er 1922 an der Hamburger Kunstgewerbeschule zu studieren und führte sein Studium 1930 in Berliner Lewin-Funke-Schule und an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst bei Paul Plontke und Cesar Klein fort. 1928 wurde er Meisterschüler in der Klasse von Hans Meid.
An der Lewin-Funke-Schule in Berlin machte er die Bekanntschaft mit der polnischen, ebenfalls jüdischen Felka Platek, die wie Nussbaum Malerei studierte. Sie wurde 1927 seine Lebensgefährtin und zehn Jahre später aus behördlichen Gründen seine Frau.
Er unternimmt auf den Spuren von Vincent van Goghs eine Reise nach Paris und richtet sich danach ein eigenes Atelier in Berlin ein, wo sich auch bald erste Ausstellungserfolge einstellen sollten. Mit einem ironischen und fröhlichen Bild, in dem er das Honoratiorentum an der Berliner Akademie um den Professor Max Liebermann darstellt, gelingt ihm 1931 sozusagen der Durchbruch.
Von der Preußischen Akademie erhält der Maler, der auch für die Zeitschrift „Querschnitt“ arbeitet, ein Stipendium für einen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom. Unter den anderen Stipendiaten befindet sich auch Arno Breker. Nach einer Auseinandersetzung mit dem von der NSDAP geförderten Künstler wird Nussbaum mit Felka Platek, die ihn begleitet, aus der römischen Villa ausgewiesen.
Als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten die Herrschaft übernehmen ist er gezwungen Deutschland zu verlassen und ins Exil zu gehen. Zusammen mit seinen Eltern und seiner Lebensgefährtin bleibt er ein Jahr in Alassio in Italien, dann reist er über Frankreich nach Ostende wo er sich niederlässt und als freier Maler Grafiker und Illustrator arbeitet.
1937 werden seine Werke in Amsterdam ausgestellt, 1938 sind sie zusammen mit den Bildern der Mitglieder des „Freien Künstlerbundes“ im Maison de la Culture in Paris zu sehen. Seine Eltern verlassen Deutschland und emigrieren in die Niederlande.
Nach Einmarsch der deutschen Truppen am 8. Mai 1940 wird Nussbaum inhaftiert, kann aber aus dem Lager entkommen. Fortan leben er und seine Frau versteckt im Haus eines befreundeten Kunsthändlers. In dieser aussichtslosen Lage ist die Malerei der Halt und sein Sinn und Ausdruck seine Widerstands .
In vielen seiner in diesen Jahren geschaffenen Bilder kann man noch heute das Grauen und die Angst, aber auch die Kraft und den Mut auf das Recht ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu führen, in seinen über 400 Werken spüren
Im Juni 1944 wird das Ehepaar denunziert und von der deutschen Wehrmacht verhaftet. Vom Sammellager Mechelen werden sie mit dem letzten Zug in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Felix und Felka Nussbaum werden dort, wie zuvor schon seine Eltern, von den Nationalsozialisten ermordet. Von den vielen Bildern, die 1933 nicht bei einem Brand in Berlin vernichtete wurden oder 1943 in Amsterdam zerstört wurden sind 170 im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück ausgestellt. Eindringliche und berührende Zeugnisse, gerettet von belgischen Freunden.
So wirkt es an Ihrer Wand
Beispieldarstellung: Wählen Sie oben ein Format, um die Größe in der Vorschau zu sehen. Format und Größe hängen von Ihrer Auswahl ab.
Qualität & Herstellung



Das Bild wird individuell für Sie auf eine echte Leinwand gedruckt und in Handarbeit auf einen Echtholz-Galeriekeilrahmen aufgespannt. Die Produktion erfolgt in Deutschland. Mehr über die Qualität unserer Kunstdrucke erfahren Sie hier.
Der Bildausschnitt kann je nach gewählter Bildgröße und Bildformat leicht vom gezeigten Beispiel abweichen. Da jedes Bild individuell in Ihrem Wunschformat produziert wird, ist ein Umtausch wegen Nichtgefallen nicht möglich.
Unsere Empfehlung – Zusatzschutz: Auf Wunsch versiegeln wir Ihr Bild von Hand mit der Art-Finish Schutzveredelung – besonders widerstandsfähig gegen Kratzer, mit seidenmattem Glanz.