Mädchenkopf
Über das Werk
„Mädchenkopf" von Heinrich Hoerle zeigt ein junges Frauenporträt in lockerer, fast skizzenhafter Malweise. Die großen blauen Augen und die reduzierten Gesichtszüge verleihen dem Werk eine zeitlose Ausdruckskraft, die zwischen Sachlichkeit und expressiver Unmittelbarkeit changiert. Die warme Farbgebung und die spontane Pinselführung schaffen eine intime Atmosphäre.
Reduktion und Ausdruck im Porträt
Das Werk besticht durch seine konzentrierte Bildsprache: Das Gesicht der jungen Frau wird mit wenigen, gezielten Pinselstrichen erfasst. Brauntöne dominieren in Haar und Schatten, während die leuchtend blauen Augen und die dunkel konturierten Lippen farbliche Akzente setzen. Die helle, fast papierweiße Hautpartie kontrastiert mit den kräftigen Braunschattierungen, die Stirn und Wangen modellieren. Im Hintergrund deuten grüne und ockerfarbene Farbflächen einen Raum an, ohne ihn konkret zu definieren. Die lockere Aquarell- oder Gouache-Technik verleiht dem „Mädchenkopf" eine spontane Leichtigkeit.
Als Leinwandbild wirkt dieses Porträt besonders gut in privaten Räumen wie Schlafzimmer oder Ankleidezimmer, wo die intime Stimmung zur Geltung kommt. Die warme Farbpalette harmoniert schön mit natürlichen Holztönen und hellen, pudrigen Wandfarben in Beige oder Altrosa. Auch in einem Arbeitszimmer oder kleinen Flur fügt sich der Kunstdruck unauffällig ein und bringt durch die reduzierte Formensprache Ruhe in den Raum.
Heinrich Hoerle gehörte zu den wichtigen Vertretern der Neuen Sachlichkeit in Deutschland und war in den 1920er Jahren Teil der progressiven Kölner Kunstszene. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine Verbindung von konstruktivistischen Elementen und sozialkritischen Themen aus. Neben figurativen Werken schuf Hoerle auch abstraktere Kompositionen.
Dieses Werk liegt im Hochformat vor und wird in Ihrer Wunschgröße individuell auf echte Künstler-Leinwand gefertigt. Je nach gewähltem Format kann der Bildausschnitt leicht variieren, um die optimale Wirkung der Komposition zu bewahren.
Über Heinrich Hoerle
Sein erstes Atelier richtete sich der Autodidakt 1913 in der elterlichen Wohnung ein. Als Mitglied der Künstlergruppe „Lunisten“ lernte er Otto Freundlich und freundete sich mit Max Ernst an.
Im ersten Weltkrieg wurde Hoerle als Soldat rekrutiert und von 1916 bis 1918 als Telefonist an der Front bei der Feldartillerie eingesetzt. Seine ersten Arbeiten veröffentlichte er während dieser Zeit im Simplicissimus.
Am 25. Juni 1919 heiratete Heinrich die Schwester des Malers Wilhelm Fick, Angelika Fick. Durch ihn lernte er Franz Wilhelm Seiwert kennen, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband.
Er gehörte 1920 zum Kölner Dada-Kreis um Baargeld und Ernst, arbeitete mit Alfred Grünwald an der Dada-Wochenzeitschrift „Der Ventilator“und nahm an an einer Ausstellung der expressionistischen Gesellschaft der Künste im teil.
Er verarbeitet seine Kriegserlebnisse in seinen Bildern, wobei ihm der Mensch als Symbolgestalt diente; als Krüppel und als Sklaven der Technik – eine automatische Gliederpuppe ohne Gesicht und ohne Individualität.
Hoerles Frau Angelika erkrankt 1923 an der Schwindsucht und stirbt wie schon seinen Vater und seine Schwester Jahre zuvor. Ein Jahr später heiratet er Martha Kleinertz.
Mit Seiwert, Freundlich und anderen Malern gründtete er die „Gruppe progressiver Künstler“, die 1924gemeinsam in Köln, Berlin, Amsterdam, Paris und Chicago ausstellte, 1931 auch in New York. Die Zeitschrift „a bis z“ war das Sprachorgan der Gruppe.
Inzwischen war er ein erfolgreicher Künstler, der politische Karikaturen ebenso wie dadaistische Arbeiten, surrealistische Traumbilder sowie wie Porträts von Arbeitern, Bürgern und namenlose Außenseiter darstellte. Er fuhr in seinen Werken scharfe Attacken gegen den Krieg und die Rüstung sowie die Unterdrückung.
Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde seine Kunst als entartet diffamiert und seine Werke aus den Museen entfernt und höchstwahrscheinlich vernichtet. In diesem Jahr schloss der Maler seine dritte Ehe, mit der Schauspielerin Trude Alex.
Drei Jahre später, nachdem er sich mit seinem Freund Seiwert überworfen hatte, erkrankte er an Kehlkopftuberkulose, an der er am 3. Juli 1936 in seiner Heimatstadt Köln verstarb.
So wirkt es an Ihrer Wand
Beispieldarstellung: Wählen Sie oben ein Format, um die Größe in der Vorschau zu sehen. Format und Größe hängen von Ihrer Auswahl ab.
Qualität & Herstellung



Das Bild wird individuell für Sie auf eine echte Leinwand gedruckt und in Handarbeit auf einen Echtholz-Galeriekeilrahmen aufgespannt. Die Produktion erfolgt in Deutschland. Mehr über die Qualität unserer Kunstdrucke erfahren Sie hier.
Der Bildausschnitt kann je nach gewählter Bildgröße und Bildformat leicht vom gezeigten Beispiel abweichen. Da jedes Bild individuell in Ihrem Wunschformat produziert wird, ist ein Umtausch wegen Nichtgefallen nicht möglich.
Unsere Empfehlung – Zusatzschutz: Auf Wunsch versiegeln wir Ihr Bild von Hand mit der Art-Finish Schutzveredelung – besonders widerstandsfähig gegen Kratzer, mit seidenmattem Glanz.