Tunnel in Possillibo
Über das Werk
Friedrich von Nerly fängt in „Tunnel in Possillibo" einen atmosphärischen Moment im neapolitanischen Untergrund ein. Der dunkle Tunnel wird von warm leuchtenden Lichtquellen durchbrochen – links eine bogenförmige Öffnung mit goldenem Schein, in der Mitte eine Kutsche, die von hinten durch helles Tageslicht zur Silhouette wird. Die Szene verbindet romantische Stimmung mit genauer Architekturbeobachtung.
Licht und Schatten im neapolitanischen Durchgang
Das Gemälde lebt vom dramatischen Kontrast zwischen tiefen Braun- und Schwarztönen der Tunnelwände und den warmen Lichtinseln. Links öffnet sich eine Nische mit rundbogenartigem Durchgang, in dem orange-goldenes Licht mehrere Figuren beleuchtet. Im Bildmittelpunkt steht eine Kutsche, die auf den Betrachter zufährt – das von hinten einfallende, kühle Tageslicht lässt Fahrzeug und Passagiere als dunkle Umrisse erscheinen. Weitere Figuren staffeln sich im Raum, manche nur als Schemen erkennbar. Die Komposition führt den Blick durch den Tunnel in die Tiefe, unterbrochen von hängenden Laternen, die kleine Lichtpunkte in der Dunkelheit setzen.
Dieser Kunstdruck wirkt besonders gut in Räumen, die eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre vertragen. Im Arbeitszimmer oder in einem klassisch eingerichteten Wohnbereich harmoniert die warme Farbpalette mit dunklen Holzmöbeln und erdigen Wandtönen. Auch im Flur entfaltet das Hochformat seine Wirkung – die Tiefenperspektive des Tunnels kann schmale Räume optisch öffnen. Zu hellen, minimalistischen Einrichtungen bildet das Leinwandbild einen spannungsvollen Kontrast.
Friedrich von Nerly war ein deutscher Maler des 19. Jahrhunderts, der vor allem für seine Darstellungen italienischer Stadtansichten und Architekturmotive bekannt wurde. Er gehörte zur Tradition der Vedutenmalerei und verband topografische Genauigkeit mit romantischer Lichtstimmung. Seine Arbeiten dokumentieren das Italien seiner Zeit mit besonderem Augenmerk auf atmosphärische Effekte.
„Tunnel in Possillibo" wird als Leinwandbild im Hochformat angeboten. Jede Größe wird individuell für Sie gefertigt, wobei der Bildausschnitt je nach gewähltem Format leicht variieren kann, um die optimale Wirkung zu erzielen.
Über Friedrich-von-Nerly
Er begann früh zu zeichnen und sein Onkel, ein Musiker, erkannte schnell dessen künstlerisches Talent. Den ersten Zeichenunterricht erteilte ihm seine Tante, danach sein Onkel Heinrich Joachim Herterich. In dessen Werkstatt machte er auch seine Lehre und erhielt er eine Ausbildung zum Lithografen.
Durch den Partner seines Onkels machte er die Bekanntschaft des Malers Philipp Otto Runge und des Freiherrn Carl Friedrich von Rumohr. Letzterer, ein Historiker, Maler und Kunstsammler nahm den Sechzehnjährigen 1823 als Schüler auf sein Gut Rothenhausen mit und bildete ihn methodisch aus.
1827 nahm Rumohr, seinen inzwischen besten Schüler auf eine ausgedehnte Reise quer durch ganz Deutschland mit, wo sie in Dresden Ludwig Richter und in Weimar Johann Wolfgang von Goethe besuchten. 1828 erreichten sie Italien und verweilten in Florenz und Siena.
Am Ende dieses Jahres reiste Nerly, der von Italien begeistert war, allein nach Rom weiter, wo er bald Anschluss an eine Gruppe deutscher Künstler fand, darunter Koch, Veit, Cornelius, Overbeck und Preller d.Ä. Ab sofort änderte er auch seinen Namen in „Federico Nerly“.
Auf seinen Reisen ins römische Umland und in den Süden der Halbinsel entstanden effektvoll arrangierte, originelle Landschaftsansichten, die bei seinen späteren Venedigbildern als Staffage Verwendung fanden.
In Rom wurde er durch seiner Lebensfreude und seine gesellschaftliche Gewandtheit bald zum Mittelpunkt der deutschen Künstler und dadurch Vorsitzender der Ponte-Molle-Gesellschaft. Er hatte die bis zu seiner Abreise 1835 die Leitung der Cervaro-Feste, Kostümfeste die die neu angekommenen Künstler mit humorvollen Initiationsriten willkommen hießen.
Er ließ sich Ende Oktober 1835 endgültig in Venedig nieder und malte Bilder von der Lagunenstadt, mit denen er bald weithin bekannt wurde. Zu den wohl bekanntesten und beliebtesten Arbeiten zählt das Gemälde „Piazetta bei Mondenschein“das er sechsunddreißig mal anfertigen musste.
Durch sein Ansehen, das er durch seine Aquarelle und Ölbilder, die meist Venedigs Paläste, Kanälen und Gondeln in dramatischer Beleuchtung thematisierte, wurde er von der ortsansässigen Kunstakademie als Mitglied aufgenommen.
In Venedig lernte er 1837 eine Frau aus der venezianischen Gesellschaft kennen und heiratete die Adoptivtochter eines reichen Marchese und bekam mit ihr einen Sohn, der auch Künstler wurde. Sein Atelierbetrieb entwickelte sich sehr geschäftsmäßig um die steigende Nachfrage der Italienreisenden mit den beliebten Venedig-Ansichten zu versorgen.
Zu seinen wenigen Kontakten, die er nach Deutschland hatte, gehörte der Maler Eduard Gerhardt aus Erfurt, der ihn ab 1841 in Venedig besuchte und mit ihm arbeitete. Als Anerkennung für seine Werke verlieh ihn 1852 König Wilhelm I von Württemberg das Ritterkreuz 1. Klasse, das mit der persönlichen Adelung verbunden war.
Nach seinem Tod am 21. Oktober 1878 vermachte sein Neffe den gesamten künstlerischen Nachlass der Stadt Erfurt und legte damit den Grundstein für die Galerie im Angermuseum.
So wirkt es an Ihrer Wand
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Qualität & Herstellung



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