Komposition 1926
Über das Werk
Die „Komposition 1926" von Otto Freundlich zeigt eine Anordnung vertikaler Farbflächen, die sich rhythmisch über die Bildfläche verteilen. Leuchtende Gelb- und Orangetöne treffen auf gedämpfte Grau-, Blau- und Erdfarben und schaffen ein ausgewogenes Wechselspiel aus Wärme und Kühle. Das Werk verbindet konstruktive Strenge mit einer malerischen Lebendigkeit, die den Raum belebt, ohne zu dominieren.
Vertikale Ordnung in Farbe
Im oberen Bildbereich erheben sich die Farbformen wie schmale Stelen – ein Gelb leuchtet neben einem dunklen Olivgrün, ein kräftiges Blau steht neben warmen Rottönen und zartem Rosa. Die pastose Oberflächenstruktur verleiht den Flächen eine haptische Präsenz. Darunter entwickelt sich eine horizontale Zone mit kleineren, mosaikartig gefügten Rechtecken, in denen sich die Farben verdichten. Ein dominantes Gelb bildet dort einen leuchtenden Akzent. Der dunkle, fast schwarze Hintergrund fasst die Komposition zusammen und lässt die Farben intensiv hervortreten.
Als Leinwandbild wirkt die „Komposition 1926" besonders gut in klaren, modernen Wohnräumen – im Wohnzimmer über einem schlichten Sideboard oder im Arbeitszimmer, wo die ruhige Struktur Konzentration fördert. Helle Wandfarben in Weiß oder hellem Grau bieten einen neutralen Hintergrund, während das Werk auch vor dunkleren Tönen seine Leuchtkraft entfaltet. In puristischen oder skandinavisch inspirierten Interieurs setzt dieser Kunstdruck einen bewussten Farbakzent.
Otto Freundlich gehörte zu den Pionieren der abstrakten Kunst in Deutschland und entwickelte ab den 1910er-Jahren eine Bildsprache aus reinen Formen und Farben. Er verstand Abstraktion als Ausdruck universeller Harmonie und arbeitete in Paris im Umfeld der Avantgarde. Seine Werke wurden von den Nationalsozialisten als „entartet" diffamiert – heute gilt er als wichtiger Vertreter der konstruktiven Moderne.
Dieses Werk ist im Hochformat angelegt. Ihr Leinwandbild wird individuell in der von Ihnen gewählten Größe gefertigt. Je nach Format kann der sichtbare Bildausschnitt leicht variieren, um die Proportionen optimal auf die Leinwand zu übertragen.
Über Otto Freundlich
1906 erkannte er auf einer Studienreise nach Florenz, dass es ihn mehr zu den bildenden Künsten hinzog und begann in Berlin bei Lothar von Kunowski und Lovis Corinth zu studieren. Zwei Jahre später ging er nach Paris und lernt in den avantgardistischen Künstlerkreisen u.a. Pablo Picasso und Georges Braque kennen.
Er findet zu seinem eigenen „figural-konstruktivistischen Stil symbolistischer Prägung“ und beteiligt sich an Ausstellungen in Köln, Hamburg und München. Freundlich eröffnet 1910 eine eigene Malschule in München, der allerdings nur wenig Erfolg beschieden ist.
In dieser Zeit entstehen auch seine ersten abstrakten Arbeiten. Freundlich hält sich bis 1914 vorwiegend in Paris auf und bezieht 1914 ein Atelier in der berühmten Kathedrale von Chartres und studiert die Grundlagen der Glasmalerei.
Kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges kehrt er nach Köln zurück und dient als Sanitätssoldat bei den Deutzer Kürassieren. 1918 wird er Mitglied in der Novembergruppe und organisiert mit Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld die erste Dada-Ausstellung.
Als Freundlich 1924 wieder nach P aris zurückkehrt engagiert er sich als Mitglied in der Künstlervereinigung „Abstraction-Création“. Der Maler und Bildhauer gehört zu den Pionieren der abstrakten Skulptur und er vertrat die Idee eines der Gesellschaft verpflichteten Kunstschaffens.
Er unternimmt zahlreiche Reisen, wechselt seine Aufenthaltsorte und nach seiner kurzen Ehe mit der Pianistin Dore Leeser wird die deutsche Künstlerin Jeanne Kosnick-Kloss seine Lebensgefährtin. Freundlich entwickelt seine tektonisch aufgebaute Farbfeldmalerei, verfasst nach wie vor sozialkritische, kunsttheoretische und politische Texte und beteiligt sich an Ausstellungen u.a. in Berlin, Hamburg, Paris, Moskau und Chicago.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zerbrechen seine Kontakte zu seinen deutschen Künstlerkreisen. Er bemüht sich 1934 um eine Neutralisierung in Frankreich, scheitert aber an den Kosten. 1937 erklären die faschistischen Machthaber seine Kunst als „entartet“ und seine Werke werden aus den deutschen Museen entfernt. Seine Plastik „Der neue Mensch“ wird für das Titelbild der Ausstellung „Entartete Kunst“ verwandt.
Für Fröhlich beginnt eine Odyssee durch verschiedene französische Internierungslager, die Bemühungen seiner Freunde, eine Ausreisegenehmigung in die Vereinigte Staaten zu erlangen, scheiterten. Es gelingt ihm 1942 die Flucht in das kleines Pyrenäen-Städtchen Saint-Paul-de-Fenouillet, wo er trotz Unterstützung ein entbehrungsreiches Leben führt, aber weiterhin zeichnet und Texte abfasst.
1943 wird er als Jude im benachbarten Saint-Martin, wo ihn und seine Lebensgefährtin Jeanne eine Bauernfamilie versteckt hält, denunziert und am 23. Februar 1943 verhaftet. Der Maler wird von der deutschen Besatzungsmacht nach Osten transportiert und in das Lager Lublin-Majdanek deportiert.
Am 9. März, am selben Tag als er im Konzentrationslager ankommt, wird er von den Nazis ermordet.Im Jüdischen Museum Berlin steht für seine abhanden gekommene Figur des neuen Menschen ein „Schwarzer Fleck“ als Symbol für den Verlust und die Zerstörung.
So wirkt es an Ihrer Wand
Beispieldarstellung: Wählen Sie oben ein Format, um die Größe in der Vorschau zu sehen. Format und Größe hängen von Ihrer Auswahl ab.
Qualität & Herstellung



Das Bild wird individuell für Sie auf eine echte Leinwand gedruckt und in Handarbeit auf einen Echtholz-Galeriekeilrahmen aufgespannt. Die Produktion erfolgt in Deutschland. Mehr über die Qualität unserer Kunstdrucke erfahren Sie hier.
Der Bildausschnitt kann je nach gewählter Bildgröße und Bildformat leicht vom gezeigten Beispiel abweichen. Da jedes Bild individuell in Ihrem Wunschformat produziert wird, ist ein Umtausch wegen Nichtgefallen nicht möglich.
Unsere Empfehlung – Zusatzschutz: Auf Wunsch versiegeln wir Ihr Bild von Hand mit der Art-Finish Schutzveredelung – besonders widerstandsfähig gegen Kratzer, mit seidenmattem Glanz.