Rathaus in St. Anna
Über das Werk
Paul Baum zeigt in „Rathaus in St. Anna" eine dörfliche Kirche im Herbstlicht. Die pointillistische Maltechnik mit ihren zahllosen Farbtupfern lässt die Szenerie in warmem Orangerot und sanftem Blau leuchten. Der Blick ruht auf dem bescheidenen Gotteshaus mit seinem schlanken Turm, während herbstlich gefärbte Bäume den Vorplatz säumen.
Dorfidylle in pointillistischer Technik
Das Gemälde fängt einen stillen Moment vor einer ländlichen Kirche ein. Links und rechts des Bildraums rahmen hohe Bäume in herbstlichem Orange, Gelb und Rost die Szene ein. Die Kirche selbst trägt ein rötliches Ziegeldach, ihre hellen Mauern schimmern in gebrochenem Weiß. Der Himmel nimmt fast die Hälfte der Bildfläche ein – ein zartes Blaugrau mit weißen Wolkenbändern. Paul Baum setzt die divisionistische Technik konsequent ein: Tausende kleine Farbpunkte verschmelzen aus der Distanz zu einer vibrierenden, lichtdurchfluteten Atmosphäre. Der Vordergrund löst sich in ein Mosaik aus Gelb-, Grün- und Grautönen auf, das den unbefestigten Platz andeutet.
Dieser Kunstdruck wirkt besonders gut in Räumen, die eine ruhige, kontemplative Note vertragen. Im Wohnzimmer harmoniert das Werk mit natürlichen Materialien wie Holz und hellen Textilien. Auch im Flur oder Treppenhaus entfaltet das Hochformat seine Wirkung, ohne aufdringlich zu sein. Zu sandfarbenen oder cremefarbenen Wandtönen passt die warme Farbigkeit hervorragend, ebenso zu hellgrauen Flächen, die das Blau des Himmels aufgreifen.
Paul Baum (1859–1932) gehörte zu den deutschen Malern, die sich vom französischen Neoimpressionismus inspirieren ließen. Nach Studienaufenthalten in den Niederlanden wandte er sich der Punktmalerei zu und entwickelte einen eigenen, poetischen Stil. Seine Landschaften und Architekturmotive verbinden technische Disziplin mit stiller Empfindsamkeit.
Das Leinwandbild wird im Hochformat angeboten. Jede Größe wird individuell in Deutschland gefertigt. Je nach gewähltem Format kann der sichtbare Bildausschnitt leicht variieren, um die Proportionen optimal auf die Leinwand zu übertragen.
Über Paul Baum
In dieser Zeit unternimmt der Student Reisen nach Mecklenburg, die Niederlande und Flandern, danach hält sich Paul Baum zeitweise in Allach bei München auf und freundet sich mit den Malern Max Arthur Stremel und Carl Bantzer aus der Künstlerkolonie Dachau an. Auf einer gemeinsamen Studienreise nach Paris sieht der Maler die Bilder der Impressionisten Monet, Pissarro und Sisley, verlässt Dachau und lässt sich im belgischen Knokke nieder.
Dort macht er 1894 die Bekanntschaft mit dem pointillistischen Maler Théo von Rysselberghe und lernt Camille Pissarro persönlich kennen. Noch im selben Jahr geht Baum nach Dresden, wird Mitglied der Dresdner Sezession, um sich ein Jahr später im südniederländischen Sint Anna ter Muiden bei Suis anzusiedeln. Er bleibt dort bis 1908 wohnen, unternimmt aber zahlreiche Reisen durch ganz Europa, so Südfrankreich, Italien und die Türkei.
Nach einem längeren Aufenthalt in Berlin, Florenz und San Gimignano wird Baum Mitglied der Neuen Künstlervereinigung München und der Berliner Sezession und erhält den Villa Romana-Preis, verbunden mit einem einjährigen Aufenthalt in der italienischen Metropole. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges zunächst wieder nach Dresden und wird zum Professor der dortigen Akademie ernannt.
Seine Arbeiten waren stark von der Freilichtmalerei der Schule von Barbizon und den Impressionisten beeinflusst. Seine Landschaftsbilder mit Darstellungen der Polderlandschaften der Niederlande und Flandern, punktförmig und akribisch in hellen Farben gemalt, sind charakteristisch für den Künstler des Neoimpressionismus.
Bevor er seinem Freund Carl Bantzer, der 1918 eine Professur an der Kasseler Kunstakademie erhielt, nachfolgte, hielt er sich vorübergehend in der Willingshäuser Malerkolonie und in Neustadt bei Marburg auf. Baum wurde in Kassel Professor für Landschaftsmalerei und kaufte sich ein Haus in Marburg als ständigen Wohnsitz. Jedoch zieht es den Maler immer wieder nach San Gimignano in die Toscana.
1927 wird ihm die Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg verliehen und 1929 wird er zum Ehrenmitglied des akademischen Senats der Kunsthochschule Dresdens ernannt. 1932 erkrankte er an einer Lungenentzündung und starb im Alter von 73 Jahren am 15. Mai in San Gimignano.
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Qualität & Herstellung



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