Des Teufels rußiger Bruder
Über das Werk
„Des Teufels rußiger Bruder“ von Albert Weisgerber zeigt eine dramatische Szene am Hof: Ein königlich gekleideter Greis mit Krone und Pelzumhang greift nach dem Arm eines Soldaten, während eine Frau zwischen ihnen steht. Die Komposition wirkt wie ein Moment aus einem Theaterstück – gespannt, symbolträchtig und von starkem Farbkontrast geprägt. Das Werk zieht den Blick durch seine ungewöhnliche Perspektive und die scharfen Linienführung, die Figuren wie Figuren eines Flachreliefs erscheinen lassen.
Die Spannung zwischen Macht, Liebe und Zwang
Das Bild zeichnet sich durch eine flächige, fast grafische Gestaltung aus: Der Boden mit seinem schwarz-weißen Schachbrettmuster bildet einen strengen Kontrast zu den warmen Orange- und Rottönen der Gewänder. Die Figuren sind in starke Konturen gehüllt, die Gesichter ausdrucksstark, aber nicht realistisch. Das Licht fällt nicht natürlich, sondern theatralisch – es hebt die zentrale Gruppe hervor und lässt die Hintergrundfiguren im Halbdunkel. Der Krönungsschmuck des Greises, die militärische Uniform des Mannes und das zarte Kleid der Frau bilden eine Dreiecksbeziehung, die Spannung und Konflikt suggeriert.
Als Leinwandbild wirkt „Des Teufels rußiger Bruder“ besonders gut im Wohnzimmer oder Flur, wo die starke Farbgebung und die klare Linienführung einen stilistischen Akzent setzen können. Es passt schön zu dunklen Wandfarben wie Anthrazit oder Weinrot, aber auch zu neutralen Grau- oder Beigetönen, die den Farbkontrast des Bildes betonen. Im Schlafzimmer oder Büro wirkt es eher kontrastreich – hier empfiehlt sich eine ruhigere Umgebung, um die emotionale Wucht des Motivs zu balancieren.
Albert Weisgerber, ein deutscher Maler der frühen Moderne, arbeitete in einem Stil, der zwischen Jugendstil und Expressionismus vermittelt. Seine Werke zeichnen sich durch klare Formen, starke Farben und oft symbolische Inhalte aus. „Des Teufels rußiger Bruder“ gehört zu seinen bekannteren grafischen Arbeiten und zeigt seine Fähigkeit, literarische oder mythische Themen in eine visuell prägnante Form zu gießen.
Das Leinwandbild ist im Hochformat erhältlich – jede Größe wird individuell auf Ihre Wünsche angepasst. Aufgrund der unterschiedlichen Proportionen kann der Bildausschnitt je nach gewähltem Format leicht variieren, um die Komposition optimal zu erhalten.
Über Albert Weisgerber
1894 zog er nach München und besuchte drei Jahre lang die dortige Kunstgewerbeschule. Sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste begann er bei Gabriel Hackl, um später ein Meisterschüler in der Klasse von Franz Stuck zu werden. Er arbeitete seit Beginn seines Studiums als Zeichner für die Zeitschrift „Die Jugend“, verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt und behielt diese Tätigkeit bis kurz vor seinem Tode bei.
Mit einigen seiner Malerkollegen, die er an der Akademie kennenlernte, unter anderen auch Wassily Kandinsky, Paul Klee, Fritz Burger-Mühlfeld und Gino von Finetti, um nur einige zu nennen, schloß er eine lebenslang anhaltende Freundschaft. Er gründete zusammen mit seinen Freunden, darunter auch die Künstler Alfred Kubin, den Verein „Die Sturmfackel“. Auch Alfred Lörcher und Rudolf Levy gehören der Vereinigung an.
Seinen Militärdienst leistete er im Jahre 1902 ab, danach hielt er sich immer öfter in St. Ingbert, seiner Heimatstadt, auf. In dieser Umgebung und unter dem Einfluss der französischen Impressionisten, schuf er eine ganze Serie von „Biergarten-Bildern“. Er begann erste Reisen zu unternehmen, machte in Paris die Bekanntschaft von Henri Matisse und dessen Bildern und ließ sich von so bedeutenden Malern wie Henri de Toulouse-Lautrec, El Greco, Paul Cezanne und Edouard Manet inspririeren.
Deren Arbeiten beeinflussten seinen späteren Malstil hin zum Impressionismus und hinterließen einen starken Eindruck, was sich auch in seinen Gemälden, die Szenen aus den Pariser Cafes und Varietes zeigten, erkennen ließ. Um seinen Lebensstil zu finanzieren nahm er auch Auftragsarbeiten an und malte Porträts.
Zurück in München, lernte er in einem der vielen Cafes, die das Künstlervolk besuchte, seine spätere Frau, eine jüdische Malerin Margarete Pohl, kennen. Er heiratete dieTochter eines Prager Bankiers 1907. In den freiheitsliebenden Kreisen, in denen das Ehepaar verkehrte fanden sich nicht nur Maler, sondern auch Gesellschaftskritiker, Literaten und Publizisten zusammen. Darunter auch Joachim Ringelnatz. Wilhelm Hausenstein, Theodor Heuss und Erich Mühsam.
Hausenstein, von dem er auch ein Porträt anfertigte, verfasste nach Weisgerbers Ableben seine Biografie. Als die Münchner Pinakothek und die Städtische Galerie in Frankfurt einige seiner Bilder aufkauften, begann sein internationaler Erfolg. Er reiste mit seinem Freund Gino von Finetti 1909 nach Florenz und wagte einen Neuanfang seiner bisherigen Kunst, als er mit den italienischen Quattrocentisten in Kontakt kam.
Er widmete sich jetzt auch religiösen Themen, die in den nächsten Jahren seine Hauptmotive werden sollten. Unter anderem die Bilder von David und Goliath, Absalomon und Jeremias. Er stellte seine Bilder 1911 in München und Dresden aus, und nahm auch an Ausstellungen in Berlin, Köln und Zürich teil.
Weisgerber wurde Präsident der Künstlervereinigung Münchner Neue Secession, die zusammen mit Alexej von Jawlensky, Adolf Erbslöh, Paul Klee und anderen Malern gründete. Er erlebte die erste, und auch seine letzte Ausstellung der Secession 1914, ein halbes Jahr vor seinem frühen Tod. Weisgerber, der Leutnant und Kompanieführer im Königlich bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments war, wurde eingezogen und fiel gleich zu Anfang des Ersten Weltkrieges , am 10. Mai 1915, in Frankreich. Sein Leichnam wurde von Lille nach München überführt und fand auf dem Münchner Nordfriedhof seine letzte Ruhe.
Berichtenswert ist, daß Adolf Hitler, der nach Machtergreifung der Nationalsozialisten tausende der von ihm als „Entartete Kunst“ betitelte, moderne Bilder, darunter auch die von Weisgerber, beschlagnahmen oder vernichten ließ, in dem selben Regiment als einfacher Gefreiter diente.
So wirkt es an Ihrer Wand
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Qualität & Herstellung



Das Bild wird individuell für Sie auf eine echte Leinwand gedruckt und in Handarbeit auf einen Echtholz-Galeriekeilrahmen aufgespannt. Die Produktion erfolgt in Deutschland. Mehr über die Qualität unserer Kunstdrucke erfahren Sie hier.
Der Bildausschnitt kann je nach gewählter Bildgröße und Bildformat leicht vom gezeigten Beispiel abweichen. Da jedes Bild individuell in Ihrem Wunschformat produziert wird, ist ein Umtausch wegen Nichtgefallen nicht möglich.
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