Prozession in St. Ingbert
Über das Werk
Albert Weisgerber fängt in „Prozession in St. Ingbert“ einen Moment kollektiver Andacht ein: eine Prozession zieht durch eine eng gewordene Straße, überspannt von bunten Fahnen, deren Farben das Licht brechen und den Raum in festliche Stimmung tauchen. Das Werk wirkt durch seine dynamische Komposition und die lebendige Farbgebung nicht nur dokumentarisch, sondern auch emotional aufgeladen – ein Bild, das Raum und Stimmung gleichermaßen prägt.
Prozession unter farbenfrohen Fahnen
Das Bild zeigt eine Prozession aus der Perspektive eines Zuschauers am Straßenrand: im Vordergrund ein prächtig geschmückter Altarwagen, dahinter eine Prozession in weißer Gewandung, die sich in die Tiefe bewegt. Die Fahnen, in kräftigen Blau-, Gelb- und Rottönen, hängen diagonal über der Straße und erzeugen eine rhythmische Linienführung, die den Blick in die Tiefe lenkt. Das Licht fällt von oben, hebt die weißen Gewänder hervor und lässt die Farben der Fahnen intensiv leuchten – eine sorgfältig komponierte Szene, in der Farbe und Form gleichermaßen die Stimmung tragen.
Das Leinwandbild wirkt besonders gut in geräumigen Wohnzimmern oder Fluren mit neutralen Wandfarben wie Cremeweiß oder Hellgrau, wo die Farben des Bildes Raum gewinnen können. Es passt schön zu klassischer oder moderner Einrichtung, solange die Möbel nicht zu dominant sind – das Bild braucht Raum, um seine Wirkung zu entfalten, und wirkt besonders in hellen, luftigen Räumen.
Albert Weisgerber gehörte der deutschen Malerei des frühen 20. Jahrhunderts an, geprägt von der Expressionismus-Nähe und dem Streben nach emotionaler Wahrheit. Seine Werke zeichnen sich durch eine lebendige Farbgebung und eine oft dynamische Komposition aus, die Alltagsszenen mit künstlerischer Intensität erfasst. Sein Stil verbindet Beobachtung mit Ausdruckskraft – ein Künstler, der die Stimmung des Moments einfängt, ohne sie zu überladen.
Das Leinwandbild ist im Querformat erhältlich – jede Größe wird individuell auf Bestellung handgefertigt. Der Bildausschnitt kann je nach gewähltem Format leicht variieren, um die Komposition optimal zu nutzen und das Werk in seiner Wirkung zu erhalten.
Über Albert Weisgerber
1894 zog er nach München und besuchte drei Jahre lang die dortige Kunstgewerbeschule. Sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste begann er bei Gabriel Hackl, um später ein Meisterschüler in der Klasse von Franz Stuck zu werden. Er arbeitete seit Beginn seines Studiums als Zeichner für die Zeitschrift „Die Jugend“, verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt und behielt diese Tätigkeit bis kurz vor seinem Tode bei.
Mit einigen seiner Malerkollegen, die er an der Akademie kennenlernte, unter anderen auch Wassily Kandinsky, Paul Klee, Fritz Burger-Mühlfeld und Gino von Finetti, um nur einige zu nennen, schloß er eine lebenslang anhaltende Freundschaft. Er gründete zusammen mit seinen Freunden, darunter auch die Künstler Alfred Kubin, den Verein „Die Sturmfackel“. Auch Alfred Lörcher und Rudolf Levy gehören der Vereinigung an.
Seinen Militärdienst leistete er im Jahre 1902 ab, danach hielt er sich immer öfter in St. Ingbert, seiner Heimatstadt, auf. In dieser Umgebung und unter dem Einfluss der französischen Impressionisten, schuf er eine ganze Serie von „Biergarten-Bildern“. Er begann erste Reisen zu unternehmen, machte in Paris die Bekanntschaft von Henri Matisse und dessen Bildern und ließ sich von so bedeutenden Malern wie Henri de Toulouse-Lautrec, El Greco, Paul Cezanne und Edouard Manet inspririeren.
Deren Arbeiten beeinflussten seinen späteren Malstil hin zum Impressionismus und hinterließen einen starken Eindruck, was sich auch in seinen Gemälden, die Szenen aus den Pariser Cafes und Varietes zeigten, erkennen ließ. Um seinen Lebensstil zu finanzieren nahm er auch Auftragsarbeiten an und malte Porträts.
Zurück in München, lernte er in einem der vielen Cafes, die das Künstlervolk besuchte, seine spätere Frau, eine jüdische Malerin Margarete Pohl, kennen. Er heiratete dieTochter eines Prager Bankiers 1907. In den freiheitsliebenden Kreisen, in denen das Ehepaar verkehrte fanden sich nicht nur Maler, sondern auch Gesellschaftskritiker, Literaten und Publizisten zusammen. Darunter auch Joachim Ringelnatz. Wilhelm Hausenstein, Theodor Heuss und Erich Mühsam.
Hausenstein, von dem er auch ein Porträt anfertigte, verfasste nach Weisgerbers Ableben seine Biografie. Als die Münchner Pinakothek und die Städtische Galerie in Frankfurt einige seiner Bilder aufkauften, begann sein internationaler Erfolg. Er reiste mit seinem Freund Gino von Finetti 1909 nach Florenz und wagte einen Neuanfang seiner bisherigen Kunst, als er mit den italienischen Quattrocentisten in Kontakt kam.
Er widmete sich jetzt auch religiösen Themen, die in den nächsten Jahren seine Hauptmotive werden sollten. Unter anderem die Bilder von David und Goliath, Absalomon und Jeremias. Er stellte seine Bilder 1911 in München und Dresden aus, und nahm auch an Ausstellungen in Berlin, Köln und Zürich teil.
Weisgerber wurde Präsident der Künstlervereinigung Münchner Neue Secession, die zusammen mit Alexej von Jawlensky, Adolf Erbslöh, Paul Klee und anderen Malern gründete. Er erlebte die erste, und auch seine letzte Ausstellung der Secession 1914, ein halbes Jahr vor seinem frühen Tod. Weisgerber, der Leutnant und Kompanieführer im Königlich bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments war, wurde eingezogen und fiel gleich zu Anfang des Ersten Weltkrieges , am 10. Mai 1915, in Frankreich. Sein Leichnam wurde von Lille nach München überführt und fand auf dem Münchner Nordfriedhof seine letzte Ruhe.
Berichtenswert ist, daß Adolf Hitler, der nach Machtergreifung der Nationalsozialisten tausende der von ihm als „Entartete Kunst“ betitelte, moderne Bilder, darunter auch die von Weisgerber, beschlagnahmen oder vernichten ließ, in dem selben Regiment als einfacher Gefreiter diente.
So wirkt es an Ihrer Wand
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Qualität & Herstellung



Das Bild wird individuell für Sie auf eine echte Leinwand gedruckt und in Handarbeit auf einen Echtholz-Galeriekeilrahmen aufgespannt. Die Produktion erfolgt in Deutschland. Mehr über die Qualität unserer Kunstdrucke erfahren Sie hier.
Der Bildausschnitt kann je nach gewählter Bildgröße und Bildformat leicht vom gezeigten Beispiel abweichen. Da jedes Bild individuell in Ihrem Wunschformat produziert wird, ist ein Umtausch wegen Nichtgefallen nicht möglich.
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