Selbstporträt
Über das Werk
Das Selbstporträt von Albin Egger Lienz zeigt den Künstler in einer introspektiven, fast strengen Frontalansicht. Die zeichnerische Präzision und die subtile Modellierung des Gesichts verleihen dem Werk eine ruhige, aber eindringliche Präsenz. Es ist ein Bild, das den Betrachter nicht nur ansieht, sondern auch in eine stille Auseinandersetzung einlädt – typisch für Egger Lienz’ späte Porträts.
Das Gesicht als Bühne
Der Künstler hat sich hier mit einem markanten Schnurrbart und leicht zurückgekämmtem Haar dargestellt, wobei der Blick direkt und unvermittelt in die Tiefe des Betrachters greift. Die Schattierungen sind fein abgestuft, das Licht fällt von links und modelliert Wangen und Kinn, während der Hintergrund bewusst neutral bleibt, um die Aufmerksamkeit auf die Gesichtszüge zu lenken. Die Linienführung ist klar, aber nicht hart – sie wirkt wie mit Kohle oder weichem Bleistift gezeichnet, was der Darstellung eine intime, fast flüchtige Qualität verleiht.
Das Leinwandbild wirkt besonders gut in ruhigen, klassisch eingerichteten Räumen – etwa im Wohnzimmer mit Holzmöbeln oder im Schlafzimmer mit gedämpften Farben. Es passt schön zu warmen Wandtönen wie Ocker, Terrakotta oder auch zu neutralen Grau- und Beigetönen. Auch in einem modernen Büro oder Flur mit minimalistischer Einrichtung hebt sich das Werk durch seine ruhige Präsenz hervor.
Albin Egger Lienz zählt zu den bedeutenden österreichischen Malern des frühen 20. Jahrhunderts, dessen Werk zwischen Realismus und einer subtilen, fast symbolischen Ausdrucksweise pendelt. Er war kein Avantgardist, sondern ein Meister der menschlichen Präsenz, der in seinen Porträts und Landschaften eine tiefe innere Stimmung einfängt. Sein Selbstporträt aus dem Jahr 1925 ist ein spätes, reifes Werk, das seine eigene Wahrnehmung als Künstler reflektiert.
Das Hochformat dieses Kunstdrucks wird individuell nach Wunsch angefertigt – jede Größe wird handgefertigt in Deutschland. Je nach gewähltem Format kann der Bildausschnitt leicht variieren, um die Komposition optimal zu erhalten und den Raum optimal zu bespielen.
Über Albin-Egger-Lienz
Von seinen Bildern, die er während seines Studiums malte, erhielten die „Heiligen Familie“ und „Karfreitag“, erste Auszeichnungen in Form einer kleinen und einer großen silbernen Medaille von der Akademie verliehenen. Albin Egger-Lienz arbeitete nach Beendigung seines Studiums sowohl in München, als auch in seiner Heimat Osttirol als freiberuflicher Kunstmaler. Er ehelichte 1899 im Alter von 31 Jahren Laura Helene Dorothea von Möllwald und ließ sich mit seiner Frau in Wien, ihrer Geburtsstadt nieder.
Als Mitbegründer des „Hagenbundes“ und Mitbegründer der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens nahm er an der Pariser Weltausstellung teil und erhielt für seine Arbeit „Nach dem Friedensschluss“ eine Bronzemedaille. Beeinflusst von Franz Defregger, stellte er Szenen aus dem bäuerlichen Alltag in gedeckten und erdigen Farben, aber auch religiöse Themen dar. 1909 trat er der Wiener Secession bei und wurde vom Kollegenkreis der Akademie als Kandidat für eine Professur vorgeschlagen. Der Thronfolger Franz Ferdinand lehnte ihn aber ab, mit der Begründung, sein Gemälde „Der Totentanz“ das zum 60. Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Josefs ausgestellt wurde, entbehre jedweder Pietät und wäre unpatriotisch.
Zusammen mit seiner Frau verließ er Wien und zog nach Hall in Tirol und schloss Bekanntschaft mit den Künstlern des Brennerkreises. 1912 ging er für ein Jahr als Lehrer an die Großherzogliche Hochschule für bildende Kunst nach Weimar. 1913 fand er in St. Justina sein Zuhause und unterhielt in Klausen mit einigen seiner Schülern eine kleine Kunstschule. Ende April 1915 meldete sich Egger-Lienz freiwillig zu den Tiroler Standschützen. Im Mai wurde er zur Verteidigung von Bozen an die Front geschickt. Sein Einsatz im Ersten Weltkrieg fand aber bald ein Ende, als ein Arzt bei dem inzwischen 47jährigen Herzbeschwerden konstatierte und es ihm so ermöglichte unversehrt nach Hause zu kehren.
Er arbeitete als künstlerischer Beirat im Kriegsfürsorgeamt und als Kriegsmaler. In teils hochgelegen Gebirgsstellungen schuf er teils monumentale Bilder vom Elend des Krieges, vom Leben und Sterben an der Front. Bilder, die später als Vorlage für die faschistische und nationalsozialistische Malerei dienen sollten. 1919, nach Ende des Ersten Weltkriegs bekommt er jetzt eine Professur an der Wiener Akademie angeboten, die er aber abweist, ebenso das zweite Angebot 1925. Von der Universität Innsbruck bekam er die Ehrendoktorwürde verliehen und die Stadt Lienz ernannt ihn zum Ehrenbürger.
Er zog sich auf sein Anwesen in St. Justina, den Grünwaldhof, zurück, wo er am 4. November verstarb.
So wirkt es an Ihrer Wand
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Qualität & Herstellung



Das Bild wird individuell für Sie auf eine echte Leinwand gedruckt und in Handarbeit auf einen Echtholz-Galeriekeilrahmen aufgespannt. Die Produktion erfolgt in Deutschland. Mehr über die Qualität unserer Kunstdrucke erfahren Sie hier.
Der Bildausschnitt kann je nach gewählter Bildgröße und Bildformat leicht vom gezeigten Beispiel abweichen. Da jedes Bild individuell in Ihrem Wunschformat produziert wird, ist ein Umtausch wegen Nichtgefallen nicht möglich.
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